Aus Fremden werden Freunde ...

Das kam für uns alle reichlich unerwartet: Die große Zahl von Flüchtlingen, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland kamen, sprengten alle Voraussagen. Sie kamen selbst in abgelegenen Orten an, wo bisher niemand auch nur ansatzweise damit gerechnet hatte. Sie kamen aus Ländern wie Eritrea, von denen mancher von uns nicht einmal wusste, wo sie auf der Landkarte zu finden sind. Es war als ob unsere Bereitschaft für Überraschungen kräftig auf die Probe gestellt werden sollte. Und dort, wo man offen und hilfsbereit auf die Neuankömmlinge zuging, gab es meist erstaunlich positive Erfahrungen. Damit diese Erfahrungen möglich werden, gibt es neben den „offiziellen“ Angeboten von Kirche, Diakonie, den anderen Verbänden sowie der öffentlichen Hand auch jede Menge ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Die stehen manchmal – völlig zu Recht – im Rampenlicht, etwa, wenn sie Neuankömmlinge an Bahnhöfen oder Grenzübergängen in Empfang nehmen und mit dem Notwendigsten versorgen.

Viele von ihnen arbeiten aber auch im Verborgenen. Sie geben Sprachunterricht. Sie helfen Flüchtlingen bei Behördengängen. Sie sortieren die zahlreichen Sachspenden, die wir dankenswerterweise für die Flüchtlinge bekommen. Es sind auch diese „Heldinnen und Helden“ im Hintergrund, die positive Begegnungen mit den Flüchtlingen möglich machen, und die die ersten Schritte in Richtung einer erfolgreichen Integration gehen.

Denn das wird die große Aufgabe der Zukunft sein: Wie kann es uns gelingen, die zahlreichen Menschen, die mit der Hoffnung auf eine neue Perspektive nach Deutschland kommen, so zu integrieren, dass alle Beteiligten davon profitieren? Das erfordert eine gewaltige Anstrengung aller. Ich bin überzeugt davon, dass wir diese Aufgabe bewältigen können. Wie Generation vor uns haben wir die Möglichkeiten, die Ressourcen und die Ideen, auch einer größeren Zahl von Neuankömmlingen einen guten Start in ein neues Leben zu ermöglichen. Die Flüchtlingsarbeit der Diakonie Bayern leistet ihren Beitrag dazu.

Die Diakonie hilft. Helfen Sie mit.

 

Michael Bammessel

Präsident der Diakonie Bayern